Mittwoch, 23. Juli 2014

lachen? heulen?...

... das hab ich mich heute echt gefragt!

Mein heutiger Post hat mal nix mit Nähen zu tun. Sondern mit etwas, was mich heute wirklich zutiefst getroffen hat.

Heute ist Mittwoch. Ein Tag, an dem unser großes Pubertier nach einigen Malen Abstinenz mal wieder zum Judotraining sollte. Auch eine Freundin von ihr, nennen wir sie mal 'Marie', sollte mal ins Training reinschnuppern. Also nahmen wir sie mit. Bei der Übergabe mit ihrer Mutter hieß es noch ' sagt Bescheid, wenn ihr kommt, dann komm ich runter und hol sie wieder ab. Ist ne üble Gegend hier, da will ich nicht, dass sie die paar Meter alleine bis zur Haustür läuft.' War in Ordnung, kein Ding.

Durch widrige Umstände, Stromkappung im Judodojo, fiel besagtes Training aus.

Da hab ich kurzerhand überlegt & die Kinder befragt, ob eine Runde Smalland im Ikea auch in Ordnung wären. Einfach, dass sie ein paar lustige Minuten miteinander hätten. Unsere Kinder sofort: 'JAAAA!' - Marie: 'Was fürn Ding? Kenn ich nicht.' - Nun gut, muss man ja auch nicht.

Nach knapp einer Stunde im Smalland holten wir unsere Viererbande wieder ab. Alles lief absolut reibungslos. Da es schon knapp Viertel Sieben war, überlegten wir, einfach 'ne Runde Mäcces zu zelebrieren. Antwort von Marie: 'Aujaaa, da war ich bestimmt schon ein Jahr nicht mehr!' Nun, auch gut, ist halt nicht jedermanns Sache. Aber bei uns halt immer ne Lösung bei zeitlichen Engpässen.

Beim Essen an sich stand 'Marie' immerzu. Und wollte angebissene Sachen einpacken und mit heim nehmen. Ich sagte: 'Nun setzt dich doch einfach mal und iss in Ruhe. Oder stehst du zu Hause auch beim Essen?!'
Zu meiner Verwunderung wurde dies bejaht. Sie setzt sich daheim nicht zum Essen, weil dies eh nicht klappe und sie dann eh stehen müsse. Genau wie vorm Schlafengehen. Gestern musste sie eine Stunde und vierzig Minuten in der Ecke stehen, weil sie wohl geredet hatte.

Ab dem Zeitpunkt wusste ich nicht, ob ich lachen oder heulen sollte. Ehrlich nicht. So sprachlos bin ich selten.

Sie erzählte noch weitere Dinge von zu Hause. Vom Vater ihrer jüngeren Schwester, der ihre gebastelte Schnecke aus Wut kaputt gehaun hätte. Von den anderen sechs Kindern im Haushalt.
Von der Tatsache, dass es abends immer Schnitte zu essen gibt. Ausser, man hatte zu Mittag nix warmes. Dann bekommt nur derjenige etwas warmes zu essen. Ich fragte dann, ob es nicht einfacher sei, für alle dann zu kochen? Nein, es gibt nichts gekochtes, sondern eine Nudelbox.

Das nächste mal baff.

Sie aß dann auf. Im Sitzen. Meine Kinder muss ich dazu nicht bringen, ihr Essen auch aufzuessen. Die machen das einfach. Und sitzen dabei.

Nachdem nun alle aufgegessen hatten, machten wir uns langsam auf den Weg, um 'Marie' nach Hause zu fahren. Ich bimmelte also, pflichtbewusst wie ich bin, ihre Mutter an. Dass wir eben in ca. 10  Minuten da wären, ob sie dann unten stehe? Antwort: 'Ach nee, die soll mal klingeln, ich hab heute keinen Bock mehr, runter zu latschen.'

Na sag mal, spinn ich? Wer ist denn nu verkehrt? Ich weiß ja, dass wir so manche Dinge anders machen, als andere. Aber so? Ich glaub ich werd bekloppt. Ganz sicher.

Verwirrte Grüße

Bee!

Kommentare:

  1. Keine Sorge, meine Liebe! Bei euch ist alles in bester Ordnung :o)
    Traurig ist sowas und macht einfach nur sprachlos! Mit Erziehung und Mutterliebe hat das nichts mehr zu tun. Da kannst du noch froh sein, daß du keins auf den Deckel bekommen hast, wegen der spontanen Planänderung :o( Ich hoffe, die Mädels hatten trotzdem ihren Spaß. "Marie" konnte durch euren kleinen Ausflug zumindest mal erleben, daß in anderen Familien anders und vorallem respektvoll miteinander umgegangen wird...

    LG von oben ;o)

    Jacqueline

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  2. Danke meine Liebe ;-)

    Ich schüttel immernoch mit dem Kopf, wenn ich drüber nachdenke :-(
    Auch als wir 'Marie' am Mittwoch wieder mit zum Judo genommen haben, kam weder ein liebes Wort, geschweige denn ein 'Danke'. Nichts. Ach, egal. Möp.

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